Windreich GmbH
Stellungnahme des Insolvenzverwalters zum heutigen Artikel auf Finance Online

Sehr geehrter Herr Hedtstück,

In dem Artikel von Finance Online, veröffentlicht am 5. August 2014, könnte der Eindruck entstehen, dass es sich beim Insolvenzverfahren der Windreich GmbH und der bestmöglichen Verwertung der Projekte MEG 1 und GT 1 um einen Kampf zwischen den Herren Balz und Blümle handelt und es hauptsächlich um die Frage geht, wer von beiden am Ende Recht behält.

Dem ist mitnichten so. Die bestmögliche Verwertung der Projekte ist im allseitigen Interesse, dies hat Herr Blümle in der jüngsten Pressemitteilung bereits deutlich zum Ausdruck gebracht. Auch ist Herr Balz nicht erst seit jetzt wieder in der Vermarktung der Projekte aktiv. Vielmehr wurde Herrn Balz bereits in der Vergangenheit ausdrücklich kommuniziert, dass er jederzeit eigenständig geeignete Kaufinteressenten unter Nachweis der entsprechenden Kaufabsicht präsentieren könnte. Nach eigenen Angaben ist Herrn Balz bereits weit vor dem Insolvenzantrag und auch unmittelbar danach permanent mit möglichen Investoren im Gespräch, die er für die Projekte zu begeistern versucht. Hier laufen die Bemühungen zu denen des Insolvenzverwalters parallel. Leider ist es beiden Seiten noch nicht gelungen, ein konkret umsetzbares Angebot zu erhalten. "Es wäre für alle Gläubiger der Windreich GmbH erfreulich, wenn es Herrn Balz gelänge, seine Investorengespräche zu einem positiven Abschluss zu bringen", so Blümle. "Ich werde ihm dabei keine Steine in den Weg legen." Parallel läuft seitens Windreich die Suche nach Investoren weiter. Die Interessen von Herrn Balz und Herrn Blümle sind hier gleichlaufend und stehen nicht im Wettbewerb. "Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass sich Herr Balz seinerseits um Investoren bemüht. Dies stellt eine Ergänzung der Bemühungen um die bestmögliche Verwertung der Offshore-Projekte dar." Unterschiedliche Markteinschätzungen stehen dem nicht entgegen. Es gilt das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Auch im Hinblick auf den besagten sogenannten „Insolvenzplan“ von Herrn Balz handelt es sich nicht um eine Entscheidung zwischen Fortführung bei Balz einerseits und Liquidation durch Blümle andererseits. Im Gegenteil: Blümle hatte sich immer wieder für eine Fortführung des Unternehmens bzw. der Projekte ausgesprochen. Hierfür spricht auch, dass Herr Blümle seit der Stellung des Insolvenzantrags Windreich auch tatsächlich bis heute fortgeführt. „Leider ist aber auch ein Insolvenzplan bei Windreich kein Allheilmittel, solange er nur auf Bewertungsprognosen basiert und nicht mit konkreten, belastbaren Angeboten unterlegt ist“, stellt Blümle klar. Erst mit solchen umsetzbaren Angeboten für die Projekte MEG 1 und GT 1 bestünde hier eine wirkliche Basis für die Erarbeitung eines Insolvenzplans für Windreich. Insoweit müssen sich Balz und Blümle nicht „zusammenraufen“, da auch diesbezüglich die Interessen gleichlaufend sind. Mit der bestmöglichen Verwertung der Projekte als Basis für eine Fortführung des Unternehmens verfolgen beide dasselbe Ziel. „Qua meines Amtes als Insolvenzverwalter bin ich aber gehalten, Entscheidungen auf Basis konkreter Fakten zu erarbeiten und nicht nur aufgrund von Prognosen. Leider kann ich insoweit nicht mit dem grenzenlosen Optimismus von Herrn Balz zu Werke gehen, sondern bin gehalten, keine Erwartungen zu wecken, die sich später als nicht erfüllbar herausstellen.“

Stellungnahme des Insolvenzverwalters
zum Schreiben von Willi Balz vom 13. Juni 2014

Sehr geehrte (Anleihe-)Gläubiger der Windreich GmbH,
 
Am vergangenen Freitag hat sich Windreich-Gründer Willi Balz mit einem erneuten Schreiben an die (Anleihe-)Gläubiger der Windreich-GmbH gewandt. Darin erweckt Balz den Anschein, die in dem Schreiben getätigten Aussagen seien mit Insolvenzverwalter Holger Blümle von Schultze & Braun abgestimmt und Herr Blümle hätte dem Versand des Schriftstücks an alle Gläubiger zugestimmt. „Weder das Schreiben, dessen Inhalt noch der Versand an die Gläubiger waren mit uns abgestimmt“, stellen Blümle und die Gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger, Frank Günther und Klaus Nieding, heute klar.
 
Weiterhin weisen Blümle und die Gemeinsamen Vertreter ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dem Schreiben lediglich um persönliche Meinungsäußerungen von Willi Balz handelt, von der sich der Insolvenzverwalter und die Gemeinsamen Vertreter distanzieren. Die (Anleihe-)Gläubiger werden in den kommenden Wochen wieder durch den Insolvenzverwalter und die Gemeinsamen Vertreter entsprechend über den Fortgang des Insolvenzverfahrens und die Neuerungen informiert.
 
Mit freundlichen Grüßen
Holger Blümle, Insolvenzverwalter

Klarstellung des Insolvenzverwalters vom 14.05.2014
zu Meldungen von Bloomberg News

Sehr geehrte Anleihegläubiger der Windreich GmbH,

am 9. und 12. Mai 2014 hat die englischsprachige Nachrichtenagentur Bloomberg News zwei kurze Meldungen herausgegeben, in denen sie vermeintliche Details der Gespräche zwischen mehreren potentiellen Investoren für das Offshore-Projekt MEG 1 und der Insolvenzverwaltung bzw. der Windreich GmbH veröffentlicht. Als Quelle der Informationen führt Bloomberg nicht näher benannte Personen aus dem Umfeld der Verhandlungen sowie mehrere potentielle Stakeholder an.

Die Insolvenzverwaltung nimmt derartige Presseberichte mit Sorge zur Kenntnis, weil sie den Fortgang der Verhandlungen belasten. Mit allen beteiligten Verhandlungspartnern ist eine strenge Vertraulichkeit vereinbart worden. Wir möchten daher betonen, dass die Informationen nicht von unserer Seite an Bloomberg herangetragen wurden. Vielmehr haben wir noch am Freitag vergangener Woche auf Nachfrage seitens der Nachrichtenagentur jeglichen Kommentar zu den Verhandlungen mit Verweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit abgelehnt.

Sollte bei Ihnen, sehr geehrte Anleihegläubiger der Windreich GmbH, angesichts dieser beiden Meldungen der Eindruck entstanden sein, die Verhandlungen über einen Verkauf des zentralen Offshore-Projekts MEG 1 seien nun abgeschlossen, tut uns das leid.

Richtig ist vielmehr, dass die Gespräche sowohl hinsichtlich der Sicherstellung der für das Projekt MEG 1 notwendigen Eigen- wie auch der Fremdkapitalfinanzierung unverändert mit Hochdruck weiterlaufen. Wann allerdings konkret mit einem Abschluss zu rechnen ist, können wir derzeit nicht seriös vorhersagen, er steht jedoch nicht, wie man aus dem Bericht herauslesen könnte, unmittelbar bevor.

Die Insolvenzverwaltung ist jedoch weiterhin zuversichtlich, in den kommenden Monaten zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen. Wir werden Sie darüber selbstverständlich unverzüglich informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Holger Blümle, Insolvenzverwalter

weitere Informationen des Insolvenzverwalters
Pressemitteilungen
Beschlüsse
Rundschreiben
Musterforumulare
FAQ für Anleihegläubiger zur Wahl eines gemeinsamen Vertreters
FAQ zum Insolvenzverfahren